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Das Ende von SOE

Ich muss zugeben als ich diese Überschrift las machte ich einen kleinen mentalen Freudensprung. Leider folgte die Ernüchterung auf dem Fuße. Sony Online Entertainment (SOE) wurde nur vom Sony-Konzern komplett verkauft und bekommt einen neuen Namen. Sie wurden von der Investmentfirma Columbus Nova aufgekauft und treten zukünftig unter dem Namen Daybreak Game Company in Erscheinung.
SOE war für mich schon immer (ähnlich wie EA) eines der prominenten negativen Beispiele in der Gaming-Industrie. Das lag aber weniger am Entwicklerstudio selber oder an ihren Spielen, sondern an ihrem Firmen-Präsident John Smedley. Einer, meiner Meinung nach, vollkommen überschätzter unsympathischer Geschäftsmann mit ständigen Dollarzeichen in den Augen, dem Spieler und ihre Anliegen vollkommen egal sind, Hauptsache der Rubel (in diesem Fall wohl eher Dollar) rollt. Erstaunlicherweise wird ihm immer noch gehuldigt weil er mit an der Entwicklung von Everquest beteiligt war. Das ist nun aber immerhin auch schon fast 16 Jahre her und was dabei seine damalige anteilige kreative Leistung war kann auch keiner wirklich beurteilen. Allerdings sind mir etliche Games bekannt die er mit in den Sand gesetzt hat. Da wären z.B. Star Wars Galaxies, Vanguard oder auch Free Realms zu nennen. Sein Everquest II wurde durch WoW auch fast komplett vom Markt gefegt. Dazu kommt sein arrogantes Auftreten, gepaart mit teilweise unverschämtem Umgang mit seinen Kunden. Beispiele dazu gefällig?
Auf die Frage einiger Fans (nach der Abschaltung von Star Wars Galaxies durch SOE), ob man nicht den Quellcode erhalten könnte, um das Spiel als Fanprojekt weiter zu betreiben, antwortete er sinngemäß: „Eher friert die Hölle zu, als das ich den Quellcode herausgeben würde!“
Oder auf die damalige Frage warum z.B. Everquest II nicht in verschiedenen Sprachen lokalisiert releast wird, antwortete er: „Wer die Spiele meiner Firma spielen möchte, soll gefälligst Englisch lernen.“ Sehr feinfühlig und diplomatisch dieser Herr. 🙄

Da SOE auf dem Abo-MMO-Markt schon lange kein Bein mehr auf den Boden bekommen hat, wurde unter seiner Regie viele neue kreative Ideen entwickelt um dem Spieler möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen. Alle SOE-Spiele werden heutzutage als F2P vermarktet, aber natürlich werden die Ingame-Shops sukzessiv immer massiver ausgebaut und die Spieler in Richtung Mikrotransaktionen gedrängt. Er kürzlich wurde der Shop von Planetside 2 durch spezielle Items beglückt, die für massive Unruhe bei den Spielern sorgte. Der letzte Geniestreich von SOE war bisher, die Entwicklungskosten eines neuen F2P-Spiels direkt auf die Kunden abzuwälzen. Das wird dann als Early-Access-Zugang, wie es jetzt bei H1Z1 praktiziert wird, verkauft.

Deswegen passt der Aufkauf von SOE durch eine Investmentgruppe eigentlich wie die Faust aufs Auge. Denn was ist das Geschäftsmodell solch einer Firma?
Man investiert eine Summe X und versucht dann die maximale Rendite rauszuholen. Da interessieren keine Kunden. Die Investoren wollen ihren Schnitt machen. Nur das zählt!
Das Herr Smedley lautstark nach dem Verkauf über twitter verkündet: „can’t wait to make Xbox One games!” bedeutet doch auch nur, dass er sich darauf freut seine alten Spiele noch einmal auf anderen Spielplattformen recyclen zu können, um noch ein paar Dollar raus zu quetschen.

Eine wirklich explosive Mischung die da jetzt entstanden ist.
Profitgeier J. Smedley trifft auf Rendite-Junkies Columbus Nova.
Da wird am Ende, trotz toller Namensänderung, der Kunde wohl mal wieder auf der Strecke bleiben und die Zeche zahlen. 👿

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