Home » MMOs » Wer reitet da so spät …

Wer reitet da so spät …

Endlich! Seit letztem Freitag bin ich nun auch stolzer Pferdebesitzer in TESO. 🙂
Da ich keines der günstigeren Pferde haben wollte sondern gleich die Luxusvariante anpeilte, hat mich die entsprechende Goldbeschaffung doch einige Zeit in Anspruch genommen.
Darf ich vorstellen mein erstes Reittier in The Elder Scrolls Online:

Mungans Mitternachtsross in TESO

Mungans Mitternachtsross

Allerdings muss ich auch zugegeben das das mit Update 6 neu eingeführte Justizsystem meine Goldbeschaffung erheblich beschleunigt hat. Denn so ganz ausgereift ist das System noch nicht.

Wie schon vorher berichtet waren meine Erwartungen an das Update 6 sowieso eher gering, da ich dachte das die meisten Änderungen sowieso nicht direkt Auswirkung auf meine Chars hätten. Die Möglichkeit der kostenlosen Neuvergabe meiner Skill- und Attributspunkte kam mir sogar ganz gelegen. Allerdings bin ich vom neu eingeführten Justizsystem ziemlich genervt. Insbesondere bin ich davon enttäuscht das es ja eigentlich mal hieß das System wäre optional abschaltbar. Das Einzige was sich aber wirklich abschalten lässt ist das Angreifen von neutralen NPCs. Das man das Abschalten kann lernte ich aber auch erst durch Zufall, nachdem ich bereits zwei harmlose Zivilisten nach versehentlichem falschen Anklicken ins Nirwana befördert hatte.

Das eingeführte Diebstahl- und Hehlersystem führt dazu dass jetzt ca. 80% aller NPC-Objekte nicht mehr wie früher frei lootbar sind, sondern bei Bedarf gestohlen werden müssen. Das mag zwar realistischer sein, trotzdem fand ich das frühere Freiloot-System angenehmer. Insbesondere das man das Diebesgutsystem schamlos ausnutzen kann, um relativ simpel gute Nebeneinkünfte zu generieren und dabei auch noch die neue Skill-Linie „Lug & Betrug“ hochlevelt.
Ich rede jetzt explizit nicht von illegaler Bug- oder Exploit-Nutzung, sondern von einer simplen Schwäche im Gamedesign. Ich möchte jetzt nicht genau beschreiben wie das im Spiel funktioniert, aber ich möchte mal einen Vergleich zum realen Leben bringen.

Angenommen ich besuche jemanden in seinem Haus. Der Gastgeber verbleibt im Wohnzimmer, während ich geschmeidig an ihm vorbei ihn sein Schlafzimmer marschiere und dort die Schränke ausräume. Anschließend plündere ich noch seine Küche und das Gästezimmer. Fröhlich winkend und mit prall gefüllten Taschen laufe ich am Gastgeber im Wohnzimmer vorbei und verlasse sein Haus. Danach besuche ich den Hehler meines Vertrauens, verkaufe den ganzen Plunder und wiederhole das ganze Spiel erneut. Das Beste dabei ist aber, das der Gastgeber in der Zwischenzeit den Verlust seiner Sachen bemerkt, aber anstatt Zeter und Mordio zuschreien und die Polizei zu informieren und mich als vermeintlichen Täter anzuprangern, füllt er einfach seine Schränke wieder auf und empfängt mich wieder freundlich wartend in seinem Wohnzimmer. Ich kann dann erneut meinen nächsten Beutezug unbehelligt fortführen und das Ganze solange wiederholen bis ich keine Lust mehr habe bzw. meinem Hehler das Geld ausgeht. Das Allerbeste dabei ist aber das meine Weste absolut sauber bleibt und ich zusätzlich noch belohnt werde, indem mein Ansehen in der kriminellen Szene gleichzeitig noch steigt.

Ich denke das Prinzip dürfte klar geworden sein. Einige werden jetzt zwar einwenden, das Gold in TESO ja sowieso keine große Bedeutung hat und der Verkauf von Hehlerware durch einen 24-Stunden-Timer begrenzt ist. Das mag zwar stimmen, aber ich finde die Umsetzung des Justizsystems nicht sehr gelungen. Ein funktionierendes Ruf-System das nur funktioniert wenn es direkt NPC-Zeugen gibt, aber man auf der anderen Seite allein schon wegen einem geklauten Wurm von jeder Wache im Land als Schurke erkannt und gejagt wird, wirkt schon arg aufgesetzt.

Gut das ist jetzt erst die erste Stufe des Justizsystems. Aber auch in der nächsten Stufe soll ja nur eingeführt werden dass sich Spieler als Kopfgeldjäger betätigen können. Besser fände ich ein System wie in ArcheAge bei dem diebische Spieler Spuren am Tatort hinterlassen und von anderen Spielern zu Fahndung ausgeschrieben werden können. Allerdings klappt das dort auch nur bei Spielereigentum. Da es in TESO ja leider (noch?) kein Housing gibt hat man über so etwas bestimmt noch gar nicht nachgedacht. Ich fände es aber Klasse wenn Spieler später nicht nur die Möglichkeit zur Kopfgeldjagd hätten, sonder auch selber Kopfgelder aussetzen oder zumindest andere kriminelle Mitspieler den Wachen melden könnten.

Ich persönlich könnte auf das neue Justizsystem in der jetzigen Form getrost verzichten. Aber bei den meisten Spielern kommt das System wohl recht gut an und bei ZeniMax beschäftigt man sich sicher bereits mit vielen anderen wichtigen Dingen.
Ich hoffe mal dass wenigstens das neue Championsystem durchdachter entwickelt wurde. Aber darauf werde ich dann zu gegebener Zeit einen Blick werfen. Für heute soll es reichen. Jetzt reite ich erst einmal entspannt in den Sonnenuntergang. 😉

Posted in MMOs, TESO (The Elder Scrolls Online) and tagged as , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.