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MMO-Rückblick 41. Kalenderwoche

The Elder Scrolls Online
Vor einigen Tagen rief ZeniMax zum großen „Guild Summit 2014“. Dabei handelt es um eine Veranstaltung bei der sich die Entwickler von TESO mit Vertretern der größten Spielergilden zusammen setzen und ihre zukünftigen Pläne und Ideen für das Spiel vorstellen und diskutieren.
Die meisten der dort vorgetragenen Dinge waren für mich, als absoluten Neuling im Spiel, eher weniger interessant. Einer der wenigen Punkte die mich aufhorchen ließen, war die Aussage dass mein bessere Tutorials fürs Handwerken ins Spiel integrieren möchte. Da möchte man direkt fragen: Das fällt euch erst sechs Monate nach Release ein? 🙄
Ich spiele momentan zwei Chars. Einen als reinen Gruppenchar mit meiner Frau und den zweiten für meine Solotouren. Beide habe ich auch als Handwerker im Einsatz und versuche sie dort auch levelmässig immer auf gleicher Stufe zu halten. ZeniMax macht ja in The Elder Scrolls Online vieles sehr anders als man es von anderen Spielen kennt. Das machen sie in vielen Bereichen auch richtig gut, während es andere Dinge ziemlich verkompliziert. Das Handwerkssystem ist nicht grade sehr intuitiv und lässt grade Einsteiger mit vielen offenen Fragen alleine. Ich habe viel Zeit mit rumfragen und Internetrecherche verbracht um durch das Handwerkssystem einigermaßen durchzusteigen.
Insgesamt ist TESO nach langer Zeit mal wieder eines der MMOs wo man sich richtig reinarbeiten muss. Kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich zuletzt mal während des Spielens Papier neben dem Rechner liegen hatte um Notizen zu machen.:-)
Mir macht dieses Einarbeiten als zusätzliche Herausforderung Spaß. Von meiner Frau höre ich da aber schon ab und zu ein Murren und ich kann gut nachvollziehen, warum viele komfortverwöhnte Alles-ohne-Mühe-erreichen-MMO-Spieler bereits schon wieder das Weite gesucht haben. Mag man nun den teils arg minimalistischen Stil von ZeniMax mögen oder nicht , die Tatsache das sie von Spielern erstellte Addons erlauben, so dass die Spieler das Spiel zu großen Teilen individuell anpassen und um Komfortfeatures erweitern können, ist ihnen sehr hoch anzurechnen.
Mein Freimonat ist nun zur Hälfte um und bisher ziehe ich ein sehr positives Fazit. Wenn man sich in das Spiel erst einmal „reingearbeitet“ hat, die Spielmechaniken versteht und seine individuellen Anpassungen vorgenommen hat, dann kann man ein grandios in Szene gesetztes MMORPG mit einer sehr „erwachsenen“ Community genießen. Einer Abo-Verlängerung steht aus meiner Sicht bisher nichts entgegen.
Aber natürlich möchte ich auch einen Blick (zurück) über den Tellerrand von TESO auf die restliche MMO-Szene werfen. Obwohl zur Zeit der Konsolen-MMO-Shooter Destiny ganz klar die mediale Berichterstattung dominiert, gibt es ja auch noch ein paar alte Bekannte.

Wildstar
Dort bekommt man momentan den Eindruck dass sich die Entwickler von Wildstar ständig öffentlich für alles und jedes bei ihrer Community entschuldigen. Das fragt man sich doch wofür eigentlich. Dafür das sie das Spiel entwickelt und produziert haben zu dem sie Lust hatten und von dem sie absolut überzeugt waren?
Man sollte doch schon realistisch bleiben und bedenken das ihre Vision eines Spiels vielleicht nicht allen gefällt oder alle Erwartungen erfüllen kann. Klar müssen sie jetzt viele Dinge überdenken und auch nachbessern, aber diese ständigen Entschuldigungen sind auf die Dauer eigentlich nur peinlich.
Interessant fand ich den Kommentar eines Entwicklers das man natürlich auch über eine F2P-Variante nachdenke. Dies aber momentan (noch) nicht in Frage käme.
Free-to-Play? Seltsam. Hatte man nicht immer davon geschwärmt das man sich in Wildstar das Abo auch über die tolle Ingame-Währung C.R.E.D.D. erspielen kann? Scheint wohl doch nicht so toll zulaufen.
Wie ich schon in einem meiner letzten Beiträge schrieb, glaube ich nicht daran das „echte“ Spieler ihre Ingame-Zeit damit vergeuden möchten Gold oder ähnliches zu farmen um ihr Abo zu bezahlen. Bei einigen Wenigen mit viel Zeit, aber wenig Geld mag das noch funktionieren. Bei Otto Normalbürger mit begrenzter Freizeit wohl weniger. Also mal abwarten wann F2P dann doch Einzug hält.
Mein (böser) Tip: Spätestens zwei Monate nach dem Release der WoW-Erweiterung Warlords of Dreanor könnte ich mir das gut vorstellen.

ArcheAge
Wenig erfreuliches liest man in den letzten Tagen auch von ArcheAge. Hat man anscheinend das Problem der stundenlangen Warteschlangen in den Griff bekommen, befinden sich die Spieler und der Publisher Trion Worlds nun in einem endlosen Kampf gegen Hacker, Bots und Konsorten.
Folgendes wird mir von ArcheAge definitiv in Erinnerung bleiben:
Ich logge mich zum allersten Mal ins Spiel ein (der von mir ausgewählte Server ist grade mal zwei Tage online), die Spielewelt erscheint voller Pracht vor meinen Augen und das erste was mir auffällt ist links unten das Chat-Fenster. Dort rauschen in Formel-1-Geschwindigkeit Mitteilungen von Goldsellern durch den Chat. Minutenlang bin ich erst einmal damit beschäftigt sämtliche Spammer manuell auf ignorieren zu setzen. Diese Maßnahme half natürlich auch nur eine Viertelstunde bis die Goldseller unter neuen Namen wieder auftauchten. Veteranen unter den F2P-Asia-MMO-Spielen kennen dieses Phänomen natürlich zu genüge. In dieser drastischen Form habe ich es aber bei einem westlichen Release bisher noch nicht erlebt.
Ein Teil der Problematik ist aber auch hausgemacht. Trion Worlds hat als Letzter weltweit das Spiel veröffentlicht und dazu auch noch eine ältere Spielversion ausgewählt. In Asien und Russland sind bereits wesentlich neuere Spielversionen im Einsatz. Die ganzen Hacker aus Asien und Russland wird es freuen. Können sie doch bequem ihre alten Bot- und Cheatprogramme recyclen und längst behobene Lücken erneut in der alten ArcheAge-Version ausnutzen. Das wird wohl ein ständiger Hase- und Igelwettlauf für Trion Worlds werden.
Bedenklich stimmt das sie bereits selbst zugegen haben, das sie sehr wenig Einfluss auf den ArcheAge-Entwickler XLGames haben. Da könnte ihnen dann in Zukunft noch die eine oder andere Überraschung ins Haus schneien und die Durchsetzung eigner Wünsche dürfte auch schwierig werden. Mal abwarten wie viele Spieler durch die Hacker und Bots noch aus dem Spiel getrieben werden.

Damit endet mein heutiger Rückblick. Ich werde mich nun wieder nach Tamriel begeben und mich dort weiter meiner aufstrebenden Handwerkerkarriere widmen. Man sieht sich also an der Schmiede. 😉

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