Home » MMOs » Rückkehr nach Tamriel

Rückkehr nach Tamriel

Gestern habe ich in die saure Zitrone gebissen und bin wieder zahlender Abonnent eines MMOs geworden. Stein des Anstoßes war in diesem Fall eine längere Diskussion mit meiner Frau am letzten Freitag. Sie „beklagte“ sich darüber das wir schon seit längerer Zeit kein gemeinsames MMO mehr zusammen spielen und ihr dass doch etwas fehlt. Ich musste ihr da leider zustimmen. Nachdem uns Guild Wars 2 nicht mehr richtig fesseln konnte und wir dort eine große Pause eingelegt haben, vertrieben wir uns die Zeit meist mit Single-Games oder ab und zu mal mit einem Koop-Spiel. Aber ein gutes MMO macht gemeinsam dann langfristig doch mehr Spaß und sorgt auch reichlich für, teils auch kontroversen, Gesprächsstoff.
Also begab ich mich am Wochenende auf die Such nach einem brauchbaren MMO, das uns auch Beiden zusagen würde. Am liebsten wäre ich auf dem F2P-Markt fündig geworden, aber da wurde ich leider mehr als ernüchtert. Meine erste Anlaufstation war mit

Star Wars: The Old Republic
eigentlich ein alter Bekannter. Wir hatten es beide, damals bei Release, schon gespielt und fanden es auch recht gut. Das vollvertonte Questsystem finde ich bis heute einfach genial und es trug dazu bei das ich seitdem die Questsysteme anderer MMOs immer direkt damit vergleiche. Allerdings waren wir dort auch relativ zügig mit unseren Chars auf Maxlevel und der Endkontent ließ noch sehr zu wünschen übrig. Außerdem führte der damalige Stress im Rahmen unserer Gildenauflösung bei mir zu einer generellen temporären Unlust auf MMOs. Also ließ ich damals das Abo auslaufen.

Jetzt also meine Rückkehr als F2P-Spieler. Meine Rückkehr dauerte sage und schreibe etwa 2 Stunden. Ich weiß ja das Electronic Arts schon immer geldgierig war und das die Star Wars-Lizenz bestimmt nicht billig ist, aber was hier als „Free to Play“ angeboten wird ist ein mehr als schlechter Scherz. Als nicht zahlender Kunde wird einem eher eine Art von Demoversion des Games angeboten. An allen Ecken und Enden wird einem mitgeteilt, das dieses oder jenes Feature einem nicht zur Verfügung steht, aber man es gerne im Cash-Shop oder per Abo freischalten kann. Obwohl ich als ehemaliger Abokunde sogar einen bevorzugten Status besitze, werde ich ständig zur Geldausgabe aufgefordert. Ein richtig engagiertes Spielen ist also ohne echtes Abo, meiner Meinung nach definitiv nicht möglich und dazu kann ich mich bei diesem Spiel irgendwie nicht mehr durchringen. Seltsamerweise wollte bei mir der Funke einfach nicht mehr richtig überspringen. Das liegt wohl aber auch zum Teil an meiner sehr großen Antipathie gegenüber der Firma EA und deren Geschäftsgebaren.
Nach diesem Flop dachte ich mir: Riskier doch mal einen Blick beim Neueinsteiger der Woche.

ArcheAge
Mir war klar das ArcheAge aufgrund seiner PvP-Ausrichtung auf Dauer nichts für uns sein würde. Aber man berichtet mir, dass man dort auch eine ganze Zeit ohne PvP zurrechtkäme und das Leveln durch PvE recht weit möglich wäre. Also dachte ich mir, man kann ja mal einen kostenlosen Blick riskieren und dank der neuen Server war das leidige Thema der unendlichen Warteschlangen zum Glück auch schon erledigt.
Die Grafik des Games ist hervorragend (dank Cry Engine 3) und das Gameplay ist zwar konventionell aber sehr angenehm umgesetzt. Ich sage es mal so: Für alle die schon öfter MMOs gespielt haben fühlt es sich schon nach wenigen Minuten Spielzeit so an, als ob man in alte, aber äußerst bequeme, Hausschuhe schlüpft. Die Überraschungen halten sich in Grenzen, aber es lässt sich angenehm flüssig und bequem spielen. Da fragt man sich im Hinterkopf schon, warum es davon keine reine PvE-Version gibt.

Leider trifft einen dann doch recht zügig die Frustkeule in Form von massiven F2P-Einschränkungen. Als F2P-Spieler kann man kein Land erwerben. Somit ist auch kein Haus- oder Gartenbesitz möglich. Außerdem bekommt man weniger Arbeitspunkte, die aber zum Craften existenziell sind. Ambitionierte Handwerker können die F2P-Variante also schon einmal vergessen. Das mit der Sperrung des Housings ein komplettes Kernelement dieses Sandbox-Games fürF2P-Spieler nicht zur Verfügung steht ist schon ein starkes Stück von Trion Worlds. Ich vermute aber dass diese Sperre absichtlich zum Release eingesetzt wurde um einen Landrush der F2P-Spieler zu verhindern, die dann den zahlenden Abonnenten, auf den sowieso schon überfüllten Servern, auch noch die Grundstücke blockiert hätten. Wenn sich die Server dann irgendwann geleert haben, wird Trion Worlds sicherlich ein Item im Cash-Shop anbieten der auch F2P-Leuten den Landerwerb ermöglicht.

Der Fairness halber muss ich aber erwähnen, das man sich das Abo auch durch Gold farmen und dessen Umtausch in eine handelbare Spielerwährung erwerben kann. Dieses Prinzip ist mittlerweile schon bei einigen Spielen mit Hybrid-Modell (z.B. auch Wildstar) im Angebot. Ich persönlich lehne diese Geschichte kategorisch ab. Spielzeit ist für mich Unterhaltung. Ich möchte nicht dazu gezwungen sein stupides Goldfarming betrieben zu müssen, um Spielzeit zu erwerben, in der ich dann wieder Gold farme um erneut weitere Spielzeit zu bekommen. So ein Angebot richtet sich doch an ein ganz spezielles Zielpublikum. Also an Leute mit viel Zeit und wenig Geld. Es gibt sicherlich immer Gründe für das Eine oder Andere von Beidem, aber irgendwie hat das Ganze für mich einen komischen Beigeschmack.

Sei es drum. Diese massiven Einschränkungen waren dann zumindest für mich und meine Frau die Punkte die uns die Lust zum Weiterspielen nahmen. Zumal man auch noch Quests bekommt, die genau diese Features benötigen. Ein Abo kommt aufgrund der PvP-Geschichte nicht in Frage und die F2P-Variante aufgrund der Housing-Einschränkungen nicht. Damit hat sich das Thema ArcheAge auch erledigt.

Weitere ernsthafte aktuelle F2P-Alternativen sehe ich zurzeit auch nicht auf dem Markt. Zumindest keine die den eignen Ansprüchen gerecht werden. Also zähneknirschend doch zurück zum Abo-Modell. Letztendlich fiel unsere Wahl dort auf

The Elder Scrolls Online
Ich war ja auch einmal eine kurze Zeit Beta-Teilnehmer bei diesem Game. Es hatte mir auch recht gut gefallen, allerdings schreckte mich der damalige hohe Verkaufspreis + Abopflicht doch ab. Außerdem ging mit der Hype der um das Spiel gemacht wurde ziemlich auf den Geist. Ich mag zwar Skyrim, bin aber auch kein Hardcore-Fan. Deshalb konnte ich damals wahrscheinlich die schon fast ekstatische Euphorie vieler Spieler auch nicht nachvollziehen.
Jetzt sind gut sechs Monate nach dem Release vergangen, die MMO-Heuschrecken haben sich schon längst neue Opfer gesucht, ZeniMax hat seine schmerzlichen Erfahrungen gemacht und die Realitiät bzw. Normalität hat ins Spiel Einzug gehalten. Ein erfreulicher Nachtest den ich am Wochenende gelesen habe und der mittlerweile günstige Spielpreis, brachte dann die endgültige Entscheidung.
TESO stellt uns natürlich vor neue Herausforderungen. Ein Einloggen, Reinschlüpfen und Wohlfühlen wie bei ArcheAge ist bei diesem Spiel nicht ganz so einfach. Da das Game mit den meisten genreüblichen Normen bricht, ist man gezwungen sich intensiv damit auseinanderzusetzen undvielleicht auch „rein zuarbeiten“. Also eigentlich genau das was wir uns als Langzeitgame wünschen. Ich bin auf jeden Fall gespannt was wir dort so alles erleben werden und ob das Abo sein Geld wirklich wert ist. 😉

Posted in MMOs, TESO (The Elder Scrolls Online) and tagged as , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.