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Wildstar – Nichts Neues im All

Alle die sich auf Wildstar freuen aber noch keine Gelegenheit hatten sich selber ein Bild zu machen oder alle anderen Hardcore-Wildstar-Fans sollten jetzt besser nicht weiterlesen. Es wird ihnen definitiv nicht gefallen was ich hier schreibe.

Genug der Warnungen. Gehen wir also ins Eingemachte.
Ich hatte vom 22.02. bis 23.02.14 Gelegenheit am Wildstar-Beta-Stresstest teilzunehmen.  Mir ist natürlich vollkommen klar dass es sich immer noch um eine Beta handelt, aber ein Server-Stresstest erfolgt meistens erst recht spät am Ende der Beta-Phase. D.h. ein Release liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne und grundlegende Spielmechaniken werden sich bis dahin auch nicht mehr ändern.  Aufgrund des Beta-Status werde ich auf technische Dinge auch nicht eingeben, sondern mich nur dem Konzept und der Umsetzung des Spiels widmen. Als Einstieg wähle ich mal einen Ausschnitt aus dem Ingame-Chat, der sich an dem Test-Samstag so zugetragen hat. Ich habe den auf Englisch geführten Chat so gut wie möglich ins Deutsche übersetzt.

Spieler A: LOL! Das Spiel ist ja wie ein WoW 2.0. Nur das das 10 Jahre ältere WoW die bessere Grafik hat.
(Die anschließenden reichlichen beleidigenden Kommentare  lasse ich anstandshalber unter den Tisch fallen.) 
Antwort Spieler B: Grafik ist nicht alles! Auf die Inhalte kommt es an.

An dieser Stelle hacke ich mal ein. Die Inhalte!
Genau das ist einer der massiven Knackpunkte von Wildstar. Das ganze Spiel wirkt so als habe jemand ein 08/15-MMO-Grundgerüst aus der Schublade gezogen und einfach eine etwas schrillere Comic-Grafik als Skin darübergelegt. Mir ist vollkommen unklar was die Entwickler die ganze Zeit über getrieben haben. Schaut man sich die bisherigen kreativen und lustigen Werbefilmchen an und betrachtet dann das Spiel, dann fragt man sich wo denn die ganze Kreativität hin ist. Simple Standard-Baukasten-MMO-Quests der einfachsten Machart (á la Töte  ABC  und bring mir 3 XYZ) beherrschen das Geschehen. Statische Questgeber mit stumpfen  Markierungen über dem Kopf, Questtexte  zum Anklicken in öden Textboxen, geklonte Quests  für beide Fraktionen etc. Das alles hat man schon mal vor etlichen Jahren irgendwo anders gesehen.

Jetzt kommen natürlich die ganz Schlauen und erzählen etwas davon, dass die richtigen Qualitäten und Stärken des Spiels erst viel später zum Tragen kommen. Dem halte ich mal entgegen: Wer hat den überhaupt Lust sich bei dieser mehr als dürftigen Präsentation und dem mauen Gameplay soweit in das Spiel vorzukämpfen? Insbesondere wenn dafür auch noch monatliche Kosten entstehen. Das thematisch ähnliche und auch im Comic-Stil gehaltene F2P-Game Allods Online wäre momentan zweifelslos die bessere Alternative.

Ich hatte ja schon meine Zweifel an dem Abo-Modell von The Elder Scolls Online geäußert. Das geplante Abo-Modell von Wildstar empfinde ich, aufgrund des aktuellen Eindrucks, dagegen sogar als Frechheit. Egal wie man zu ESO steht, hier sieht man dass sich die Entwickler mit viel Aufwand zumindest bemüht haben etwas Neues zu erschaffen. Bei Wildstar hat man den Eindruck dass da einfach jemand versucht alten Kaffee in neuer Verpackung an den Mann bzw. Frau zu bringen.
Vielleicht muss ich meine Aussage in den nächsten Wochen noch einmal revidieren, aber dazu müsste Carbine Studios noch etliche Schippen zulegen. Daran habe ich momentan aber arge Zweifel.

Daher bisher leider ein klares „Daumen-nach-unten“ für Wildstar! 🙁

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