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The Elder Scrolls Online – Ein erster Blick (Teil 2)

– Fortsetzung –

 

Quests & Story – ESO besitzt ein storybasierendes Questsystem wie man es eigentlich auch bereits aus „Skyrim“ kennt. Es gibt eine Hauptstory und diese wird durch Nebenquests ergänzt. Auch diese Nebenquests sind immer in kleine Geschichten eingebunden. Toll dabei ist die wirklich gelungene (bisher englische) Vollvertonung aller Quests. Hoffentlich gibt es dann später bei Release das alles auch komplett in Deutsch. Sowas wie:“ Töte 10 Wölfe und bring mir ihre Zähne und danach töte 20 Wölfe und bring mir ihre Felle“ scheint es zum Glück nicht zu geben. Das Ganze entspricht sehr dem Konzept aus  „Star Wars: The Old Republic“. Gefiel mir persönlich sehr gut, fiel aber bei vielen damals durch. Sie sagten das wäre zu einzelspielerfreundlich und man würde zu sehr  an einem Storyfaden durch das Spiel geführt werden. Das könnte bei ESO auch so sein.

 

Navigation – Dank aufgeräumten Interface gibt es keine Mini-Map mehr. Dafür die bereits bekannte Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand aus „Skyrim“. Für alte „Skyrim“-Hasen also kein Problem, Neulinge werden sich erst etwas eingewöhnen müssen. Ansonsten gibt es noch die übliche Weltkarte die per Tastendruck aufgerufen werden kann. Allerdings sprangen dort bei mir (vielleicht Beta bedingt) teilweise die Zoomstufen.

 

Kampfsystem – Da konnte mich ESO leider nicht wirklich überzeugen. Eigentlich besitzt das Spiel ja ein sogenanntes dynamisches Kampfsystem. Mit den Maustasten kann man anvisieren,  schlagen,  schießen, blocken und mit der Tastatur sich bewegen, ausweichen und Spezialfähigkeiten auslösen. Leider sind die Kämpfe a.) sehr kurz (Gegner zu schwach?) und b.) wirken sehr träge. Ich habe bereits andere Spiele mit ähnlichem Kampfsystem gespielt und muss sagen bei ihnen wirkten die Kämpfe wesentlich flexibler und dynamischer. Kann man sehr schlecht beschreiben, muss man mal selber erlebt haben. Andere bestätigten aber meinen Eindruck. Ich habe auch versucht im First-Person-Mode zu kämpfen. Im Nahkampf hatte ich aber das Problem das die Gegner sehr oft aus dem Sichtfeld sprangen. Also war man sehr viel mit kreiseln und suchen des Gegners beschäftigt. Im Third-Person-Mode war das gar kein Problem da man ja einen sehr guten Gesamtüberblick hat und immer weiß wohin der Gegner verschwunden ist.

 

Bugs – Erstaunlich fehlerfrei. Das war zumindest mein Eindruck soweit ich das Spiel erkunden konnte. Dreimal blieb ich in NPC-Dialogen hängen. Das war aber durch ein neues Laden des Spielinterfaces jedes Mal schnell behoben. Im Chat wurde öfter über diesen Fehler berichtet. Zweimal blieb ich in Felsen stecken. Da half nur der Freitod mit anschließender Wiederbelebung am Bindestein. Ansonsten war ich sehr positiv überrascht.

 

Skills & Fähigkeiten – ESO besitzt einen Mix aus „Learning by Doing“ und Erwerb von Skills und Stats durch Levelaufstiege. Bei jedem Levelaufstieg bekomme ich einen Punkt den ich Nutzen kann um wahlweise Leben, Magie oder Ausdauer zu erhöhen und weitere Punkte um spezielle Skills oder Waffenfähigkeiten freizuschalten. Habe ich eine Fähigkeit erworben Level ich diese durch Benutzung im Spiel. Erst wenn ich den maximalen Level dieser Fähigkeit erreicht habe kann ich mit den Skillpunkten die nächste stärkere Stufe oder eine Spezialisierung dieser Skills erwerben. Das System gefällt mir sehr gut. Relativ schnell hat sich somit mein Char meiner bevorzugten Spielweise angepasst. Fähigkeiten die ich oft nutze leveln schnell mit, alles andere fällt ungenutzt zurück.

 

Crafting – Da muss ich passen. Habe ich nicht ausprobiert. Mir ist nur aufgefallen das man Pflanzen sammeln,  Erze abbauen etc. sofort ohne Voraussetzungen kann. Da es keine Ausbilder im Spiel gibt braucht man zum Handwerken anscheinend nur die Zutaten, ein Rezept und die entsprechende Werkbank.

 

Gruppenspiel – Funktioniert. 🙂 Ich habe es nicht geschafft in eine Ini zu gehen, konnte aber das normale Gruppenspiel testen. Eine Besonderheit des Spiels ist sicherlich das man kein Gruppenmitglied einzeln auswählen kann.  Alle Buff oder Heilungsskills wirken also immer als ein Gruppen-AoE-Effekt. Zumindest habe ich es nur so erlebt. Was mich sehr nervte war die Regelung des Transports  wenn man mit jemanden zusammenspielen will der sich in einer anderen Serverebene befindet (siehe oben -> Server). Man muss sich nämlich in die Ebene des anderen porten bzw. er muss in die eigene Ebene wechseln. Das kennt man auch schon aus anderen Spielen. Ärgerlich ist das man nicht an der Stelle in der anderen Ebene landet von wo man den Port startet oder noch besser direkt an der Stelle des anderen Spielers ankommt, nein man landet an dem nächstgelegenen Bindestein/Waystone in der anderen Ebene. Von dort darf man dann zu seinem Mitspieler traben. Finde ich sehr unpraktisch gelöst.

 

Somit neigt sich mein Bericht auch dem Ende zu.

 

Das Fazit:

The Elder Scroll Online macht bereit in der Beta den Eindruck eines hochwertigen, technisch ausgereiften MMORPGs. Mit der Historie der „Elder Scolls“–Reihe im Hintergrund hat man auch ein entsprechend bekanntes und  interessantes Grundgerüst. Das storybasierende Questsystem, der PvE-Schwerpunkt und die hohe Einzelspielerfähigkeit werden nicht unbedingt jedem gefallen. Die Konsolenfähigkeit und die Ähnlichkeiten zu „Skyrim“ (immerhin fast 7 Millionen Mal verkauft) werden aber einen erfolgreichen Start garantieren.

Werde ich bei Release dabei sein?  Nein.

Warum nicht?

Mir hat das Spielen in der Beta wirklich Spaß gemacht. Ich bin PvE-Fan, die Grafik und das Questsystem inklusive Vollvertonung gefallen mir sehr und auch das Skillsystem hat seine Reize. Mit den kleinen Ärgernissen wie dem mauen Kampfsystem, der gewöhnungsbedürftigen Steuerung und dem umständlichen Ebenenwechsel kann man sich wohl arrangieren. Der Show-Stopper ist für mich definitiv das Finanzierungsmodell. Zuerst muss man sich das Spiel (inklusibe 30 Tage Spielzeit) kaufen, dann werden pro Monat 12,99 € fällig. Um diese Kosten zu rechtfertigen bietet mir ESO einfach zu wenig Neues. Man hat viele gute Ideen aus anderen Spielen übernommen, aber wirklich Innovatives konnte ich (noch?) nicht entdecken. Da ich kein „Elder-Scrolls“-Hardcore-Fan bin, komme ich bei F2P-Spielen wie „RIFT“ oder „SWTOR“ auch zu meinem Spaß. Selbst ein Modell wie bei „Guild Wars 2“, einmal kaufen und danach immer kostenlos spielen, hätte ich noch akzeptiert. Aber ich denke spätestens Ende des Jahres wird der Publisher zumindest auf ein Hybrid-Modell mit F2P + Shop und Abo-Modell wechseln. Bis dahin versuchen sie halt erst einmal so viel wie möglich der Entwicklungskosten wieder reinzuholen. Sollen sie! Ich kann warten.

 

Allen anderen wünsche ich ab April eine schöne Reise durch die Weiten von Tamriel. 🙂

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